logo Dr. med. vet. Marianne Richter
Dipl. ECVO (Ophthalmology)
Internationale Fachtierärztin für Augenheilkunde
   

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collie augen anomalie (cea)

WAS IST EINE COLLIE AUGEN ANOMALIE ?

Die Collie Augen Anomalie (CEA) ist eine angeborene Entwicklungsstörung im Bereich der hinteren Bulbuswand (betroffene Schichten: Aderhaut, Netzhaut, Sklera und Sehnervenkopf) in beiden Augen.
Das Hauptmerkmal ist eine lokale Hypoplasie (Fehlentwicklung: mangelhafte/ fehlende Pigmentierung und Gefässmissbildung) der Aderhaut im Bereich seitlich aussen des Sehnervenkopfes, die manchmal von Defekten der Netzhaut, der Sklera oder von Kolobomen (Spaltbildung) des Sehnervenkopfes begleitet wird.
Die CEA ist erblich, tritt jedoch unabhängig von Fellfarbe, Felltyp oder dem Merle-Gen auf.
Die CEA ist bei folgenden Hunderassen bekannt: Collies, Shelties, Australian Shepherd, Border Collie, Lancashire Heeler; CEA wurde auch beim Nova Scotia Duck Tolling Retriever und beim Langhaar-Whippet mittels Gentest bestätigt.

CEA - Choroidale Hypoplasie

Choroidale Hypoplasie   Kolobom des Sehnervenkopfes

CEA - Kolobom des Sehnervenkopfes und fokale Netzhautabhebung

Kolobom des Sehnervenkopfes
und fokale Netzhautabhebung

WIE ERKENNE ICH EINE CEA ?

Hunde mit CEA sind meist klinisch unauffällig. Nur bei sehr ausgeprägten Formen der CEA ist ein reduziertes Sehvermögen deutlich. Die Diagnose wird häufig bei der Funduskopie gestellt.

FOLGEN

Der Defekt verändert sich nicht im Laufe des Lebens. Je nach Ausmass des Defektes ist das Sehvermögen klinisch nicht beeinträchtigt oder kann vor allem bei begleitender Netzhautablösung und/oder intraokularen Blutungen (welche auch später auftreten können) bis zur Erblindung führen.

DIAGNOSE

Die Diagnose am Augenhintergrund kann nur bei Welpen (vor Ende der 8. Lebenswoche) gestellt werden.
Im Laufe der Entwicklung kommt es zur Pigmentierung der darüber liegenden Schichte, und der CEA-Defekt kann unter Umständen nicht mehr bei der Untersuchung erkannt werden, obwohl dieser unverändert bestehen bleibt und auch vererbbar ist; fälschlicherweise bezeichnet man solche Hunde als
„go normals“, obwohl diese Hunde nicht wirklich „normal“ werden.
Dies bedeutet vor allem für die Zucht, dass eine Augenuntersuchung vor dem Ende der 8. Lebenswoche vorgenommen werden muss.
Ein Gentest auf CEA ist eine sichere Methode um CEA-Genträger zu identifizieren (siehe OptiGen).
Hierfür ist eine Blutabnahme notwendig die vom Tierarzt durchgeführt wird.
Zur sicheren Identifizierung ist eine Kopie des Stammbaumes des Hundes und die Kontrolle der Mikrochipnummer am Hund wichtig.

THERAPIE & PROGNOSE

Es handelt sich um einen genetisch bedingten Entwicklungsdefekt, der nicht behandelt werden kann. Bei betroffenen Hunden mit nur geringen Defekten besteht häufig kein erkennbarer Sehverlust.
Da jedoch Hunde mit geringen Defekten auch Nachkommen mit schweren Defekten hervorbringen können, wird von der Zucht betroffener Hunde dringend abgeraten.

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letzte Aktualisierung 24.06.2008
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June 24, 2008