logo Dr. med. vet. Marianne Richter
Dipl. ECVO (Ophthalmology)
Internationale Fachtierärztin für Augenheilkunde
   

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Uveitis (anterior) - Innere Augenentzündung

WAS IST EINE UVEITIS ?

Von Uveitis spricht man, wenn die Aderhaut (Uvea) des Auges entzündet ist. Je nach Lokalisation unterscheidet man eine Uveitis anterior (Entzündung der Iris und des Ziliarkörpers) und eine Uveitis posterior (Entzündung der Choroidea und angrenzenden Netzhaut = Chorioretinitis).
Die Aderhaut (Uvea) des Auges ist ein blutgefässreiches Gewebe im Auge und liefert über das zirkulierende Blut Sauerstoff, Glucose und andere wichtige Substanzen an das Auge.
Im Rahmen von diversen Störungen (siehe Ursache) gelangen rasch Entzündungszellen und Antikörper über das Blutgefässsystem in das Auge, und man spricht von einer Entzündungsreaktion oder Uveitis.
In bestimmten Fällen kommt diese Entzündungsreaktion nicht selber zum Stillstand und kann zur Zerstörung innerer Strukturen im Auge beitragen (siehe Folgen).

WIE ERKENNE ICH EINE UVEITIS ?

Uveitis kann, je nach Grad und Dauer, unterschiedliche Symptome zeigen.
Folgende Symptome können einzeln oder gemeinsam auftreten:

  • Erhöhte Lichtempfindlichkeit
  • Blinzeln, Zukneifen der Augenlider
  • Rötung der Bindehaut (Konjunktivitis)
  • Trübung der Hornhaut (Hornhautödem)
  • Verfärbung der Iris (Iritis)
  • Enge Pupille (Miosis)
  • Trübung des Kammerwassers
  • Fibrinerguss
  • Blutungen im Auge
  • Tiefer innerer Augendruck (nur mittels Tonometrie messbar)



FOLGEN

Bleibt eine Uveitis unbehandelt und länger bestehen, so werden durch freigesetzte Entzündungsmediatoren (z. B. Prostaglandine und andere zelluläre Botenstoffe und Enzyme) empfindliche Strukturen im Auge, wie die Linse, der Kammerwinkel und die Netzhaut, in ihrer Funktion beeinträchtigt.
Folgen einer chronischen Uveitis können sein: Katarakt, Glaukom, Netzhautablösung.

  Katarakt sekundär nach chronischer Uveitis Chronische Uveitis:
Iritis, Pigmentablagerungen auf
der Linsenvorderfläche, Katarakt
 

 

URSACHE

Uveitis wird durch eine Vielzahl an unterschiedlichen Erkrankungen ausgelöst:

  • Infektionskrankheiten

  • Neoplasien (Tumore)

  • Immunerkrankungen

  • Trauma

  • Katarakt

  • idiopathisch (d. h. die Ursache ist unbekannt)

Da eine Behandlung spezifischer und effizienter durchgeführt werden kann wenn die Ursache der Uveitis bekannt ist, ist es immer das Ziel, mögliche Ursachen abzuklären. In jenen Fällen, wo keine Ursache festgestellt werden kann, wird symptomatisch behandelt. Das heisst, es werden die Symptome der Entzündung  behandelt, um negative Folgen (siehe Folgen) zu verhindern.

DIAGNOSE

Für die Diagnose sind meist spezielle Augeninstrumente (Spaltlampen-
biomikroskop, Tonometer, indirektes Ophthalmoskop) erforderlich. In bestimmten Fällen ist eine Sonografie (Ultraschalluntersuchung) am Auge notwendig.
Diese Untersuchungen sind nicht schmerzhaft und werden in der Regel von den Tieren gut toleriert.

THERAPIE

Eine Uveitis muss rasch und intensiv behandelt werden, um eine Zerstörung innerer Augenstrukturen durch chronische Entzündungsreaktionen zu verhindern. Die Wahl der Medikamente richtet sich nach Ursache der Uveitis sowie eventueller Begleiterkrankungen.

PROGNOSE

Die Prognose hängt im Wesentlichen von folgenden Faktoren ab: I) Ursache (gründliche Abklärung), II) Zeitpunkt der Diagnosestellung (je früher desto besser), III) Wahl der Medikamente (eine falsche Diagnose bedingt häufig auch eine falsche Behandlung). Wichtig für eine gute Prognose ist, das eine effiziente Therapie gewählt und der Verlauf regelmässig kontrolliert werden.

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letzte Aktualisierung 23.06.2008
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June 23, 2008